Ausbildungsplatzdefizit größtes Zukunftshindernis
"Thüringens Wirtschaftsminister könnte sich arg verrechnet haben, wenn er von einem Defizit an Ausbildungsplatz-Bewerbern ab 2010 spricht", erklärt die Abgeordnete der LINKEN Susanne Hennig.
"2007 hat gerade einmal die Hälfte der Bewerber tatsächlich einen qualifizierten betrieblichen Ausbildungsplatz in einem Unternehmen erhalten", so die ausbildungspolitische Sprecherin weiter. Die andere Hälfte der Jugendlichen sei in vollzeitschulischer Ausbildung, Berufsvorbereitungsjahr oder Ersatzmaßnahmen gelandet. "Zwar ist die Zahl der Bewerber in den letzten Jahren zurückgegangen und wird weiter zurückgehen. Noch stärker aber sank das Ausbildungsplatzangebot der Thüringer Unternehmen", betont Hennig. "Uns fehlen nach wie vor genau die Ausbildungsplätze, die junge Menschen suchen und die sie zu oft nur in Hessen, Bayern oder Niedersachsen finden."
Minister Reinholz habe selbst eingeräumt, dass die Quote von rein staatlich finanzierten Ersatz-Ausbildungsplätzen viel zu hoch sei. Susanne Hennig wandte sich energisch gegen einen Rückzug des Staates aus der Verantwortung. Vielmehr sei das Engagement der Landesregierung dringend geboten, um die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze zu erhöhen. Wenn die Landesregierung im Ausbildungsbereich weiter abwarte, könne hier das "größte Zukunftshindernis Thüringens" heranwachsen.
